Willkommen bei der Kirchgemeinde Rüeggisberg

Die Cluniazenser wussten, wo es besonders schön ist: Sie wählten Rüeggisberg als Ort für ihre imposante Klosterkirche. Von ihr ist heute nur noch eine Ruine übrig geblieben. Unsere Kirche ist zum Glück keine Ruine. Sie lebt: über 1440 Mitglieder zählen dazu.  Das Gemeindegebiet erstreckt sich über mehr als 35 Quadratkilometer. Flächenmässig ist Rüeggisberg die grösste Gemeinde im kirchlichen Bezirk Seftigen.

Unsere Martinskirche ist ein Bijou. Ihre Ursprünge gehen zurück ins 10. Jahrhundert. Sie ist älter als die Klosterruine. Aber unsere Kirche ist mehr als ein Gebäude. Die Kirche lebt von den Menschen, die der Glaube verbindet.

Die Martinskirche ist der Ort, wo wir gemeinsam feiern: die schönen und die schweren Stunden; die grossen christlichen Feiertage und die wöchentlichen Sonntage. Die Gottesdienste werden oft musikalisch umrahmt von örtlichen Musikvereinen. Normalerweise finden sie sonntags um 10.00 Uhr statt. Daneben gibt es viele weitere Anlässe. Von den Seniorenferien über das Fiire mit de Chliine bis zum Adventsbasteln. Eine Übersicht über die Veranstaltungen finden sie unter «Agenda». Machen Sie mit.

Kurzandacht für Pfingsten 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, zweieinhalb Monate konnten nun keine realen Gottesdienste mehr stattfinden. Das hat es in der Geschichte unseres Landes und vermutlich der ganzen Welt so noch gar nie gegeben! Keine einzige Gottesdienstversammlung an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern und Christi Himmelfahrt! Auch um das Pfingstfest haben wir gebangt und dafür gebetet, dass an Pfingsten doch wieder Gottesdienste stattfinden mögen. Lange hat es schlecht ausgesehen. Denn das Verbot von Versammlungen von mehr als fünf Personen wäre ursprünglich bis am 7. Juni vorgesehen gewesen. Und so sind in den meisten kirchlichen Publikationsorganen keine Gottesdienste für Pfingsten 2020 ausgeschrieben. Nun aber ist es doch anders gekommen. Unsere Gebete wurden erhört. Die Ansteckungszahlen haben sich gut entwickelt in unserem Land, sind nunmehr im niederen zweistelligen Bereich, so dass man die einzelnen Infektionen wieder zurück verfolgen kann. Darum hat der Bundesrat auf Drängen der Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften nun doch noch eingesehen, dass Gottesdienstversammlungen für gläubige Menschen wichtig sind, und entschieden, solche ab 28. Mai wieder zuzulassen. Halleluja! Wir dürfen Pfingsten wieder in der Kirche feiern! Und das werden wir auch tun, in etwas bescheidenerem Rahmen zwar und unter Einhaltung des vorgeschriebenen Schutzkonzeptes. Aber feiern werden wir unseren Herrn Jesus Christus wieder, ganz real und physisch in der Kirche Rüeggisberg, am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020, 10.00 Uhr. Wer daran teilnehmen möchten, ist herzlich dazu eingeladen. Es gibt keinen Grund zur Angst! Wir werden die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen einhalten. Der Geist Gottes, der Heilige Geist, der an den allerersten Pfingsten auf die Jünger Jesu herabgekommen ist, möge auch immer wieder auf uns Heutigen und auf unsere Kirche kommen, auf dass der Geist in unseren Herzen kein Geist der Angst und der Verzweiflung sei, sondern der Geist Gottes, welcher der Geist der Zuversicht, des Mutes, der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung ist. Diesen Geist, der uns über alle Grenzen hinaus immer wieder lebendig macht, diesen Geist unseres Herrn Jesus Christus wünsche ich uns allen zu Pfingsten 2020 und darüber hinaus für alle Ewigkeit! «Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.» (2 Tim 1,7)

Lese- und Liedvorschläge: RG 496-516

Kurzandacht für Sonntag, 24. Mai 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, die Menschen, die an Jesus Christus glauben («Christen/-innen»), haben schon immer versucht, ihren Glauben in wenigen Worten zusammenzufassen. Zwar ist die evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz bekenntnisfrei, aber nicht bekenntnislos! Das heisst, jeder einzelne Gläubige, jede einzelne Kirchgemeinde ist frei, sich an einem Glaubensbekenntnis zu orientieren oder auch nicht. Und so finden sich auch in unserem Kirchengesangsbuch (Nr. 261-282) diverse Glaubensbekenntnisse, auch das weltweit vermutlich bekannteste, das Apostolische Glaubensbekenntnis aus dem 5. Jahrhundert. Dort heisst es in Bezug auf Jesus Christus: Ich glaube an den Sohn Gottes, «Jesus Christus, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten.» Mit diesen Worten werden die heilsgeschichtlich wichtigsten Eckpunkte im Leben Jesu aufgezählt, entlang denen auch die christlichen Hochfeste verlaufen, nämlich: Geburt (=Weihnachten), Tod (=Karfreitag), Auferstehung vom Tod (=Ostern), Entrückung ins Jenseits (=Christi Himmelfahrt, kurz «Auffahrt»). Das letzte davon – im Apostolikum vermerkt mit den Worten «aufgefahren in den Himmel» – haben wir vor 3 Tagen gefeiert. Das Apostolikum gibt uns dazu noch ein paar weitere Hinweise, nämlich: «Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.» Das heisst, mit der Auffahrt ist Jesus nicht einfach im Nirgendwo verschwunden, sondern hat im «Himmel» seinen Platz zur rechten Seite Gottes, seines Vaters, eingenommen! Mit diesem Bild kommt zum Ausdruck, dass Jesus zusammen mit Gott Vater die Königsherrschaft über die ganze Schöpfung innehat. Jesus wurde von Gott zum König gemacht über alles, was Gott je geschaffen hat. Darin besteht die Messianität von Jesus. Der Gesalbte Gottes (=«Messias»), Jesus Christus, ist nach christlichem Glauben der ewige König über Gottes Schöpfung und amtet schon jetzt im «Himmel» als solcher. Eine der wichtigsten Funktionen eines Königs ist die richterliche sprich rechtsprechende Funktion. Das apostolische Glaubensbekenntnis nimmt darauf Bezug. Es heisst dort nämlich, dass Jesus irgendwann wieder auf die Erde zurückkommt, um über alle Menschen Gericht zu halten, die dann noch leben oder schon verstorben sind. So sollen am Ende der Zeit alle ihren gerechten Lohn bekommen für die Art und Weise, wie sie ihr Leben auf dieser Erde verbracht haben. Die Herrstellung von Frieden und Gerechtigkeit sind die beiden wichtigsten Aufgaben eines Königs, auch des ewigen messianischen Königs Jesus Christus. Da unsere Welt in den letzten 2'000 Jahren weder besonders friedvoll noch besonders gerecht geworden ist, könnte man sich fragen, ob Jesus seinen Job als Messias denn wirklich so gut gemacht hat, wie man das vom «Sohn Gottes» erwarten dürfte? Aber wo ist Jesus nun schon wieder genau? Die Bibel und die auf sie aufbauenden Glaubensbekenntnisse sagen «im Himmel», und erst am Ende der Zeit wird er zurückkommen und über die Menschen richten und definitiv Frieden unter ihnen herstellen. Bis dann ist es an uns Menschen und ganz besonders an denjenigen, die an Jesus glauben, stellvertretend für den Gottessohn für Frieden und Gerechtigkeit auf dieser Welt zu sorgen! Der ewige König Jesus Christus nimmt uns Menschen in die Pflicht. Es ist an uns, uns an sein doppeltes Gebot der Liebe zu Gott und zu den Menschen zu halten! Erst ganz am Ende wird Er kommen und «richten die Lebenden und die Toten». Amen

Gebets- und Liedvorschlag: RG 263, 276

Kurzandacht für «Auffahrt», 21. Mai 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, heute ist «Auffahrt». Was ist das? Weltlich betrachtet ist es ein eidgenössischer Feiertag christlichen Ursprungs, ein Donnerstag Mitten im Frühling, an dem man frei hat. Bei schönem Wetter ist es ein willkomener freier Tag mitten in der Woche, bestens geeignet, um mit dem Auto, Töff oder Velo auszufahren oder – zu Fuss – spazieren und wandern zu gehen. Ein Grillplausch oder ein Waldfest passen, falls die Sonne lacht, ebenfalls sehr schön zu diesem Tag. Es gibt auch Menschen, die an diesem Tag einen Gottesdienst besuchen, wenn gleich – pandemiebedingt – leider nicht dieses Jahr. In Rüeggisberg beispielsweise wird an Auffahrt traditionellerweise die Konfirmation durchgeführt. Die jungen Reformierten werden gegen Ende ihrer obligatorischen Schulzeit in einem sogenannten «Lebensübergangsritual» von der Kirche ins Erwachsenenalter begleitet. Das lateinische Verb «confirmare», das dem ebenfalls lateinischen Nomen «confirmatio» zugrunde liegt, bedeutet soviel wie «stärken, bestärken». Gestärkt werden soll in diesem Ritual, in diesem Gottesdienst, der christliche Glaube der ins Erwachsenenleben tretenden jungen Menschen, ihr Glaube an Jesus Christus. Das ist die ursprüngliche und eigentliche Absicht, die der Konfirmation, der evangelischen «Bestärkung», zugrunde liegt. In allen grossen Volkskirchen werden die Menschen bereits als Kleinkinder getauft und so in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen und unter die Herrschaft von Jesus Christus gestellt. Niemand fragt die Bébés, ob sie das wirklich wollen. Die Eltern entscheiden darüber. Der Glaube an Jesus Christus ist jedoch etwas ganz und gar Freiwilliges. Niemand kann dazu gezwungen werden, auch nicht mittels Taufe im Kleinkindesalter. Und deshalb gibt es in den evangelischen Volkskirchen eben die Konfirmation. Sie ist die Bestätigung der Taufe! Wer sich konfirmieren lässt, bestätigt seine Taufe, bestätigt seinen Willen, ein «Christ», eine «Christin» sein zu wollen, das heisst, an Jesus Christus glauben und unter seiner spirituellen Herrschaft leben zu wollen. Das ist bzw. wäre der Sinn der Konfirmation, ohne welche die Kindertaufe theologisch und geistlich gesehen als wenig sinnvoll und meines Erachtens sogar als illegitim erscheint. Die Konfirmation ist somit im Idealfall die freiwillige Bestätigung des christlichen Glaubens durch den ins Erwachsenenalter tretenden jungen Menschen, womit er oder sie die Taufe bestätigt und wodurch ihr bzw. sein christlicher Glaube gefestigt wird. Und eben dieses Ritual fände in Rüeggisberg traditionellerweise an Auffahrt statt, nicht jedoch in diesem Jahr, wofür wir uns bei unseren Konfirmationsfamilien entschuldigen. Nichts desto trotz wünschen wir den Rüeggisberger Konfirmationsfamilien einen schönen Auffahrtstag, den sie doch trotzdem gebührend feiern mögen. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Wir hoffen, die diesjährige Konfirmation am 23. August 2020 nachholen zu können. Und so ist heute halt einfach nur «Auffahrt». Und was ist das schon wieder ganz genau? Richtig, es ist der Tag, an dem die Christenheit das Eingehen von Jesus Christus in die jenseitige Welt, in den «Himmel», feiert. Die «Auffahrt» heisst deshalb korrekter und vollständiger Weise «Christi Himmelfahrt».

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag: RG 604

Kurzandacht für Sonntag, 17. Mai 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, noch gelten die Ausnahmevorschriften der Regierung, die Distanz- und Hygienevorschriften und vorallem auch das Versammlungsverbot von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum. Noch ist aber auch Osterzeit, eine besondere Zeit der Freude über das Leben, das den Tod durch Jesus Christus für immer und ewig überwunden hat! Corrie ten Boom, eine niederländische Christin, die während des zweiten Weltkrieges vielen Juden das Leben gerettet hat, soll mal geschrieben haben: «Wenn du dir die Welt anschaust, wirst du verzweifelt sein. Wenn du nach innen schaust, wirst du deprimiert sein. Aber wenn du auf Christus schaust, wirst du zur Ruhe kommen.» Im Glauben an Jesus Christus sind Freud und Leid häufig ganz nah beisammen. Der Blick auf die Welt, die weit davon entfernt ist, dem christlichen Ideal der Gottes- und Nächstenliebe zu entsprechen, treibt uns in die Verzweiflung. Denn nach wie vor herrschen Unglaube, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Krieg, Hunger, Krankheit und Tod in der Welt. Die Corona-Pandemie ist nur ein kleiner Bruchteil des gesamten Elends auf unserer Erde. Auch der Blick in uns selber ist, wenn wir ehrlich sind, nicht allzu berauschend. Da gibt es immer noch Lieblosigkeit, Egoismus, Neid, Unzufriedenheit, Bitterkeit, Gier, usw. Der Blick auf Jesus Christus dagegen tut uns gut! Der Blick auf Ihn zeigt uns die bedingungslose Liebe Gottes zu uns Menschen. Auch Jesus hat gelitten in unserer Welt. Von vielen wurde er abgelehnt. Viele verachteten ihn und wünschten ihm den Tod, den er tatsächlich als 33-Jähriger auf sich genommen hat, am Kreuz von Golgotha. Jesus Christus, der Sohn Gottes, teilt mit uns gewöhnlichen Menschen das Leiden und die Schmerzen, welche das Leben in dieser Welt mit sich bringt. Aber er bleibt nicht dort stehen! Denn er hat Schmerz und Tod überwunden und ist ins ewige Leben eingegangen. Und er spricht zu uns: «In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!» (Joh 16,33) Und so werden auch wir, die wir an ihn glauben, früher oder später die Welt vollständig überwinden und ins ewige Leben eingehen. Und dann ist definitiv Schluss mit dem Leiden! Dann wird «Gott abwischen alle Tränen von unseren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das erste ist vergangen!» (vgl. Offb 21,4) Der Blick auf Jesus Christus, der Blick auf seine Solidarität und Liebe mit und zu uns Menschen, der Blick auf seine Auferstehung vom Tod und auf das verheissenene, ewige Leben bei Ihm gibt uns die notwendige Kraft, unser Leben in dieser Welt trotz allen Hindernissen, Verletzungen und traurigen Umständen guten Mutes und auf positive Weise zu meistern! In Jesus Christus ist Freude in allem Leide! Frohe Osterzeit! Halleluja und Amen

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag: RG 652

Kurzandacht für Muttertag, 10. Mai 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, und – vor allen Dingen – liebe Mütter, was hätten wir Menschen ohne Euch? Nicht nur, dass wir nicht geboren wären! Denn selbst wenn es möglich wäre, Menschen in künstlicher Weise sprich ohne Mütter zu reproduzieren, fehlte uns ohne Euch das kostbarste, was es gibt: die Mutterliebe! Diese bedingungslose Liebe, die uns selbst dann noch liebt, wenn wir versagen, wenn wir uns total daneben verhalten, wenn wir böse sind. Diese ganz besondere, überaus starke und bedingslose Liebe, die man sich nicht verdienen kann, sondern uns von unseren Müttern – manchmal auch von unseren Vätern – einfach so, um unseretwillen geschenkt wird, ist das in unserer Welt, was der Liebe Gottes, wie sie uns in Jesus Christus gezeigt wird, am nächsten kommt. Denn Gott liebt uns Menschen, wie eine gute Mutter (manchmal auch ein guter Vater) sein Kind, überschwänglich und ohne jede Begrenzung oder Bedingung, einfach weil wir seine geliebten Kinder sind, seine Geschöpfe, die er segnen und deren Bestes er will. Gott liebt jeden Menschen, auch den allerschlimmsten, soll das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in der Mitternachtsmesse vom 24.12.2019 gesagt haben. Nicht alle Christen sind dieser Meinung. Es gibt auch solche, die meinen, Gott liebe nur die guten Menschen. Doch meines Erachtens liegen sie falsch. Warum sollte uns Jesus Christus denn sonst lehren, wir sollten es Gott gleichtun und nicht nur unsere Freunde, sondern auch unsere Feinde lieben? Jesus sagt: «Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.» (Mt 5,44.45) Gott liebt alle Menschen, die guten und die bösen, so wie eine gute Mutter oder ein guter Vater sein Kind nie aufhört zu lieben, auch wenn es auf die schiefe Bahn gekommen ist. Und genau so sollen wir nach Jesu Lehre Gott und allen unseren Mitmenschen gegenüber eingestellt sein. Jesu Heilskonzept für uns Menschen lautet: Mutterliebe gegenüber allen! Wie Gott selber sollen wir lieben, nämlich so wie gute Mütter und Väter ihre Kinder lieben, ohne jede Voraussetzung und sogar dann, wenn sie ungehorsam sind, was nicht heissen soll, dass ungehorsame Kinder nicht korrigiert werden müssten. Bedingungslose Mutter- bzw. Gottesliebe will uns nämlich – damit wir keinen Schaden leiden – auch immer wieder auf den rechten Weg zurückbringen! Denn wahrhaft mütterliche und göttliche Liebe ist immer auch erziehende und uns zum Guten anleitende Liebe! Halleluja und Amen

Übrigens: Wie gesagt hat uns Jesus Christus gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag: RG 662

Kurzandacht für Sonntag, 3. Mai 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, sieben Wochen haben wir warten müssen, bis es endlich wieder mal richtig geregnet hat. Die Böden waren schon völlig ausgetrocknet und die ersten Grasflächen bereits verdorrt. Der Regen der letzten Tage war dringend nötig. Ebenfalls seit 7 Wochen leben wir unter einem bundesrätlichen Notstandsgesetz, welches das Leben in unserem Land stark einschränkt. Viele unserer verfassungsmässigen Grundechte sind davon betroffen: die Bewegungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit, die wirtschaftlichen Freiheiten, die Religionsfreiheit. Gebannt schauen wir auf die Ansteckungszahlen und hoffen, dass sie möglichst bald so weit herunter kommen, dass das Leben in unserem Land wieder normalisiert werden kann. Sehnlichst warten wir darauf, wieder normal arbeiten und unseren Hobbies nachgehen zu können, und auch wieder Gottesdienste feiern zu dürfen! Wir brauchen Geduld! Wir müssen warten! Geduld üben und warten können, gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten eines christlichech Daseins. Schon die allerersten Christen hatten immer wieder mühsame Zeiten des bangen Wartens. Sie wurden von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert, verfolgt, gefoltert und getötet. Es war nicht einfach für sie, an ihrem Glauben an Jesus festzuhalten. Ihr Glaube wurde geprüft. Zähes Durchhalten war und ist eine der wichtigsten Grundtugenden eines in Jesus Christus erlösten Lebens bis heute. Das Leben in dieser Welt ist nämlich ein ständiges Auf und Ab. Manchmal geht es uns gut. Manchmal ist das Leben hart und grausam. Und dennoch bleibt die christliche Botschaft unveränderlich: Gott liebt uns! Und er schenkt uns durch seinen Sohn Jesus Christus Versöhnung und Frieden mit sich selber und untereinander. Und er verspricht uns ewiges Leben! Die Botschaft bleibt dieselbe in guten und in schlechten Zeiten. Was wir brauchen ist ausreichend Geduld und Zähigkeit, auf dass wir an Jesus Christus festhalten. Selbst das Negative und Mühsame in unserem Leben muss uns aber letztlich dabei helfen! Oder wie der Apostel Paulus es formuliert hat: «Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.» (Röm 5,3-5) Diese Liebe ist es, die uns letztlich durch alles hindurch trägt und zum Erfolg führt! Der Sieg ist uns gewiss! Bis dann verbleibt es uns, Gott zu loben und ihm zu danken für all das Gute, das es ja auch noch gibt in unserem Leben. Lasst uns unseren Blick deshalb immer wieder auch auf das Gute in unserem Leben richten und dankbar dafür sein! Und vorallen Dingen lasst uns immer wieder «aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.» (Hebr 12,2.3) Amen und Halleluja!

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag: RG 346.

Kurzandacht für Sonntag, 26. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, vor zwei Wochen haben wir Ostern gefeiert, das Fest der Auferstehung von Jesus Christus. Doch Ostern dauert nicht nur einen einzigen Tag. Nein, die Osterzeit dauert ganze 40 Tage sprich fast 6 Wochen. Und sie ist eine Freudenzeit! Denn in den 40 Tagen nach Ostern hat sich der vom Tod auferstandene Herr Jesus Christus seinen Freunden immer wieder quicklebendig gezeigt. Eine der eindrücklichsten Begegnungen hat am See Genezareth stattgefunden. Petrus, Jakobus, Johannes, Thomas und drei weitere Jünger waren auf dem See beim Fischen. Sie fingen die ganze Nacht keinen einzigen Fisch. Doch am Morgen begegnet ihnen Jesus und zeigt ihnen, wo sie fischen sollen. Prompt fangen sie eine grosse Menge Fische und veranstalten zusammen mit Jesus ein grosses Frühstücks-Fischessen! (Joh 21) Die Osterzeit ist die besondere Zeit der Begegnung mit Jesus Christus und eine Zeit der Freude! Denn ganz besonders dann feiern wir Christen den definitiven Sieg des Lebens über den Tod! Zwar sind wir seit ein paar Wochen gehalten, uns in «Social Distancing» zu üben, was das gemeinsame Feiern nicht unerheblich behindert. Aber lassen wir uns die Osterfreude davon nicht trüben! Freuen wir uns zusammen mit der neu erwachten Natur, mit den zartgrünen Linden, Eichen, Buchen, den weiss blühenden Kirschen- und Obstbäumen, den gelb leuchtenden Rapsfeldern, den in allen Tonarten zwitschernden Amseln, Drosseln, Finken und Meisen, den summenden und brummenden Bienen und Hummeln und mit den schon bald wieder in den Kindergärten und Schulen rumtollenden Kindern. Denn eines ist sicher: Das Gotteslob, die Freude über das ewige Leben, das uns durch Jesus Christus geschenkt ist, lässt sich von keinem Virus stoppen! Denn «Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge lässt du dein Lob erklingen» (Ps 8,3). Und selbst wenn diese und die Natur zum Schweigen gebracht werden könnten, «so werden die Steine schreien» (Lk 19,40)! Halleluja! Eine gesegnete und frohe Osterzeit! AMEN

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschläge: RG 100, 242.

Kurzandacht für Sonntag, 19. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, das grosse Vorbild der Christenheit ist Jesus Christus. Ihm gilt es als Christ/in nachzueifern. Er war ein Kind, seinen Eltern gehorsam. Er erlernte einen Handwerkerberuf, übte diesen mehrere Jahre aus, wurde dann Wanderprediger, heilte Menschen, verkündetete ihnen die Liebe und Vergebungsbereitschaft Gottes und lehrte sie, Gott und die Menschen von ganzem Herzen zu lieben, ja sogar die Menschen, die uns gegenüber feindselig eingestellt sind. Mit 33 Lebensjahren wurde Jesus von seinen Feinden ermordet. Am Kreuz betete er für sie zu Gott: «Vater, vergib ihnen denn sie wissen nicht, was sie tun.» Jesus starb und ist, wie es heisst, am dritten Tage vom Tod auferstanden. Er ging ins ewige Leben ein! Er hängte sein Herz nicht an sein Leben in dieser Welt, sondern starb im Vertrauen darauf, dass Gott und das Leben letztlich grösser sind als der Tod. Das ist die Geisteshaltung, die Jesus uns vorgelebt hat: liebend leben, leiden, sich nicht ans Irdische klammern, sondern sich in die väterlichen Hände Gottes fallen lassen und darauf vertrauen, dass diese Hände stärker sind als Schmerz und Tod und uns sicher durch alles hindurch tragen! Das grosse «Vorbild» Jesus Christus bleibt bis heute einzigartig und unerereicht. Leider sind sehr viele Christen weit davon entfernt, Ihm wirklich nachzufolgen. Aber wir tun unser Bestes, geben uns Mühe. Jesus aber hat gesagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5) Ja, Herr Jesus Christus, bleibe mit uns verbunden, denn ohne Dich vermögen wir es nicht, den Weg zu gehen, den Du uns vorgelebt hast. Mit Deinen Worten beten wir: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschläge: RG 693, 604.

Kurzandacht für Ostern, 12. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, Karfreitag ist vorbei. Jesus ist gestorben. Seine Jünger trauern um ihn. Sie sind verzweifelt. Alle ihre Hoffnungen auf das Kommen des Königreiches Gottes sind am Boden zerstört. Und dann passiert das, womit niemand gerechntet hätte: Jesus wird von Gott, seinem Vater, zu neuem Leben erweckt! Jesus lebt! Und er zeigt sich seinen Freunden, zuerst Maria Magdalena, dann den Emmaus-Jüngern, dann allen Jüngern und noch vielen Menschen mehr. Ostern ist das Fest der Auferstehung, der Auferstehung von Jesus Christus! Aber was hat das denn mit mir heute noch zu tun? Wie gesagt, Jesus lebt! Und Er zieht mich, wenn ich mich darauf einlasse, in sein Auferstehungsleben hinein, lässt mich an seinem ewigen Leben teilhaben! Ostern ist der letztgültige Sieg des Lebens über den Tod. An Ostern feiern wir das ewige Leben, das Gott für uns vorbereitet hat! Lassen wir uns von Jesus hineinziehen in sein ewiges Leben! Vertrauen wir uns ihm an, ihm dem Gekreuzigten und Auferstandenen, ihm, der den Tod für immer überwunden hat und der uns das Tor zum Himmel aufgetan hat! «Der Herr ist auferstanden! - Wahrhaftig Er ist auferstanden!» Und Er verspricht uns: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11,25).

Wenn Sie mehr über Jesus, den Gottessohn, an den wir seit 2'000 Jahren glauben, erfahren wollen, empfehle ich Ihnen die Bibel zu lesen. Am besten beginnen Sie mit einem der vier Evangelien, z.B. mit dem Markus- oder dem Matthäus-Evangelium!

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein, «Nächstenliebe» zu üben! Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Es segne Sie der Gott des Lebens, der stärker ist als der Tod; es segne Sie der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist! Frohe Ostern! Amen

Liedvorschläge für Ostern: RG 466, 468, 480, 485, 488.

Kurzandacht für Karfreitag, 10. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, wir feiern Karfreitag, einen eidgenössischen Feiertag, nach evangelischem Verständnis der höchste christliche Feiertag überhaupt. Aber was gibt es denn da zu feiern? Jesus Christus sei am Karfreitag ermordet worden, erbärmlich hingerichtet an einem römischen Kreuz. Wie kann so etwas Grausames ein Anlass zum feiern sein? Die Antwort liegt in der theologischen Interpretation des Todes von Jesus Christus, eine Interpration, die für uns Heutigen – weil sie in einem historischen Kontext steht, der uns heute nicht mehr geläufig ist – nicht mehr so einfach zu verstehen ist. Sie lautet mit den Worten des Apostels Paulus, «dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift» (1 Kor 15,3). Im Alten Testament (Jes 53) wird ein Diener Gottes vorhergesagt, der stellvertretend für uns Menschen die Strafe Gottes für unsere Sünden auf sich nimmt, um unsere Beziehung zu Gott ins Reine zu bringen. Der klassische evangelische Glaube besteht nun darin, dass sich genau diese alttestamentliche Prophetie am Karfreitag durch den Tod von Jesus Christus am Kreuz von Golgotha erfüllt hat. Gott ist seither mit den Menschen im Reinen. Jesus hat die Strafe für ihre Sünden auf sich genommen. Wer auch immer ein Leben in liebevoller Beziehung zu Gott anfangen oder fortsetzen will, kann das, egal, wie gut oder schlecht er bis dahin gelebt hat. «Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.» (Joh 3,16) Kurz: Am Karfreitag wurde die Menschheit mit Gott versöhnt! Diese Theologie wird von Jesus selber in seinen Abendmahlsworten angedeutet (siehe Kurzandacht von Gründonnerstag).

Wenn Sie mehr über Jesus, den Gottessohn, an den wir seit 2'000 Jahren glauben, erfahren wollen, kann ich Ihnen den Jesus-Film, der am Ostersamstag, 11. April, um 17.00 Uhr, auf Bibel-TV ausgestrahlt wird, bestens empfehlen.

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein («Nächstenliebe»). Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag für Karfreitag: RG 445.

Kurzandacht für Gründonnerstag, 9. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, an diesem Donnerstag beginnt das jüdische Pessach- oder Passah-Fest. Es dauert eine ganze Woche und dient der Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten unter der Leitung des Propheten Moses vor etwa dreieinhalb Tausend Jahren. Auch Jesus Christus, der von uns Christen als Gottessohn verehrt wird, war Jude! Auch er feierte die jüdischen Feste, insbesondere Pessach. Für diese hohe religiöse Feier gingen er und seine Jünger extra nach Jerusalem, das religiöse Zentrum des Judentums. Vermutlich war der erste Tag des Pessach-Festes damals - gleich wie 2020; das ändert sich von Jahr zu Jahr! – ein Donnerstag, nämlich der «hohe Donnerstag» oder «Gründonnerstag», wie wir ihn in unserer christlichen Tradition nennen. An diesem Tag assen Jesus und seine Jünger in Jerusalem zusammen das Pessach-Lamm. Es sollte die letzte Abendmahlzeit von Jesus sein, sein «letztes Abendmahl». Und bei dieser Gelegenheit tat Jesus etwas Merkwürdiges, was bei seinen Jüngern einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. «Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.» (Mt 26,26-28) Was es damit auf sich hat, wurde den Jüngern von Jesus erst einige Zeit später klar!

Wenn Sie mehr über Jesus, den Gottessohn, an den wir seit 2'000 Jahren glauben, erfahren wollen, kann ich Ihnen den Jesus-Film, der am Ostersamstag, 11. April, um 17.00 Uhr, auf Bibel-TV ausgestrahlt wird, bestens empfehlen.

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein («Nächstenliebe»). Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschläge für Gründonnerstag: RG 318, 321.

Kurzandacht für Palmsonntag, 5. April 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, wir befinden uns eine Woche vor Ostern 2020. Dieser Sonntag – eine Woche vor Ostern – heisst traditionellerweise «Palmsonntag». Der Name kommt von den Palmblättern, welche die Menschen Jesus Christus auf den Weg streuten, als er auf dem Rücken eines Esels in die Heilige Stadt Jerusalem einzog, begleitet von seinen Anhängern, die vor ihm hergingen und hinter ihm nachzogen. Das war ein feierlicher Einzug, vielleicht ein bisschen wie heute ein Staatsempfang einer Königin oder eines Präsidenten. Die Palmblätter, welche die Menschen auf den Weg streuten, hatten die Funktion, die heute der rote Teppich hat. Der Weg soll nämlich makellos sauber und dem hohen Rang des einziehenden Staatsoberhauptes angemessen sein. Die Menschen waren begeistert. Sie jubelten und riefen Jesus voller Freude entgegen: «Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!» (Joh 12,13) Sie glaubten, dass Jesus der von Gott gesandte König, der Messias, sei. Doch nur wenige Tage später wurde dieser, dessen einziges «Verbrechen» es war, Menschen in übernatürlicher Weise von ihren Krankheiten geheilt und ihnen die bedingunslose Liebe Gottes gepredigt zu haben, als Volksaufrührer hingerichtet. Das Merkwürdige an der Geschichte: Die Christenheit glaubt bis heute, dass Jesus tatsächlich der von Gott gesandte Messias ist und dass Er am Ende der Zeit wieder auf die Erde zurückkommt. Nehmen wir mal an, er käme tatsächlich heute oder morgen, wären wir bereit, ihn würdig zu empfangen? Wäre unser Ausruf bei seinem Kommen auch «Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!» (Mt 21,9)?

Wenn Sie mehr über Jesus, den Gottessohn, an den wir seit 2'000 Jahren glauben, erfahren wollen, kann ich Ihnen den Jesus-Film, der am Ostersamstag, 11. April, um 17.00 Uhr, auf Bibel-TV ausgestrahlt wird, bestens empfehlen.

Übrigens: Jesus Christus hat uns gelehrt, für unsere Mitmenschen dazusein («Nächstenliebe»). Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, mit gefalteten Händen, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

Liedvorschlag für Palmsonntag: RG 307.

Kurzandacht für Sonntag, 29. März 2020 (Pfr. Rolf Nünlist, Rüeggisberg)

Liebe Leserinnen und Leser, ein Virus stellt unsere Welt auf den Kopf, sogar die Kirchen sind davon betroffen. In Italien sind schon ein gutes Dutzend Priester an Covid-19 gestorben, weil sie partout nicht davon lassen wollten, den sterbenden Menschen im persönlichen Gegenüber Trost zuzusprechen. Bei uns sieht es Gott sei Dank bis jetzt und hoffentlich auch weiterhin nicht so schlimm aus wie in Italien, aber auch wir befinden uns im Ausnahmezustand. In zwei Wochen wären Karfreitag und Ostern, die höchsten Feste der Christenheit. Die Kirchen werden praktisch auf der ganzen Welt leer bleiben. Wann hat es so etwas schon gegeben? Noch nie, nicht einmal in den beiden Weltkriegen! Dass die Kirchen leer bleiben müssen, bedeutet jedoch nicht, dass Jesus Christus uns verlassen hätte! Denn Er hat uns versprochen: «Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.» (Mt 28,20) Jesus Christus ist der Herr der Christenheit und Er ist für uns Menschen da, jetzt und bis in alle Ewigkeit. Und alle, die an Ihn glauben, sind angehalten, in seinem Sinne auf Erden zu handeln und ebenso für alle ihre Mitmenschen da zu sein. Scheuen Sie sich deshalb nie, wenn Sie Hilfe brauchen, Ihn (im Gebet) und Seine Kirche – uns – zu kontaktieren. Das ist auch in Zeiten der Corona-Krise möglich, telefonisch oder per E-Mail (Kontaktdaten, siehe unter Pfarramt).

«Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.» (Psalm 23); Lieder: RG 15, RG 18.